NUMISMATIK

Keltische Münzen

Keltische Münzen aus Mittel- und Osteuropa

Die ersten keltischen Münzen lassen sich ungefähr auf das Jahr 300 v. Chr. datieren.
Da auf diesen jedoch keine Prägedaten oder ähnliche Kennzeichnungen vorhanden sind, muss sich eine solche Datierung auf andere Gegenstände im selben Fund stützen. Bei der Entstehung der keltischen Münzprägung spielt vor allem der Handel mit den Griechen eine wichtige Rolle. Städte wie die griechische Koloniestadt Massalia entwickelten sich über die Jahrhunderte zu lebhaften Handelsdomänen Galliens. Doch gerade hier stieß der in Gallien weit verbreitete Tauschhandel immer mehr auf Probleme, da sich im griechischen Einflussgebiet bereits das Münzwesen etabliert hatte. Zudem wurden auch die Solde von in Griechenland oder Rom stationierten gallischen Söldnern in Münzen ausgezahlt.
Vermutlich durch diese Umstände angeregt übernahmen die Kelten das Münzgeld als Zahlungsmittel. Wer die keltischen Prägungen veranlasst hat, ist mangels Quellen nur zu vermuten. Da uns die Namen der Stammesfürsten, welche uns aus Caesars Commentarii bekannt sind, ganz oder in Abkürzungen auf den Tetradrachmen (auch Viertelstater genannt) begegnen, ist anzunehmen, dass es sich bei den Fürsten auch um eine Art Prägeherren handelt. (Kellner S.219) Systematische Auswertungen von Grabfunden haben ergeben, dass in der keltischen Münzprägung im Laufe der Zeit unterschiedliche Metalle verwendet wurden. Im Gegensatz zu den griechischen oder römischen Münzen waren die ersten keltischen Münzen aus Gold.
Diese Goldmünzen wurden bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. geprägt und dienten zunächst wahrscheinlich lediglich dem Informationsaustausch sowie als Schatzgeld. Ab der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. bis zur römischen Eroberung Galliens wurden auch Silbermünzen geprägt. Spätestens zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. war zumindest die westliche (gallische) Oppidakultur dazu übergegangen, Münzen aus Gold, Silber, und Bronze zu prägen. Die typische Legierung aus Kupfer und Zinn wird als „keltische Münzbronze“ bezeichnet. (vgl. Kellner, S. 233) Die französische Sprache kennt dafür die Bezeichnung Potin und unterscheidet zwischen „Potin gris“ und „Potin jaune“. Die keltischen Münzen bilden kein einheitliches Münzsystem. Im ostkeltischen Raum und am Mittelmeer dominierte Silber als Münzmetall, im Westen hingegen Gold. Westlich des Rheins war der Viertelstater Philipps II. das Vorbild der keltischen Münzprägungen, im heutigen Böhmen, Bayern und Schwaben jedoch der Viertelstater Alexanders des Großen. Diese Vorbilder wurden in den einzelnen Stämmen auf unterschiedliche Weise umgesetzt und weiterentwickelt. Die bekanntesten Goldmünzen keltischer Prägung sind die so genannten Regenbogenschüsselchen. Ein Münzfund aus Duderstadt bei Göttingen besteht aus einer schüsselförmigen Goldmünze, die einen Stater der Remer darstellt. Der gallobelgische Stamm war nach England emigriert. Die 40-20 v. Chr. geprägte Münze zeigt ein galoppierendes Pferd über einem achtspeichigen Rad. Im Lauf der Zeit veränderten sich die ursprünglichen Motive der Münzen bis zur Unkenntlichkeit und wurden auch teilweise durch eigene ersetzt. Schon in frühen Nachprägungen waren die Münzbilder von keltischer Symbolik dominiert. Im Gegensatz zu den Münzen anderer Kulturen bilden die Kelten keine Körper, sondern Geister ab. Die Münzen dienten nicht nur als Zahlungsmittel, sondern waren vor allem Träger mystischer und religiöser Zeichen. Das am häufigsten vorkommende Symbol ist der Kreis oder die Kugel. Dieses Symbol entspricht dem Schlangenei, welches Plinius der Ältere erwähnt. (Lengyel, S. 38 ff.)

Griechische Münzen

Münzen aus dem antiken Griechenland

Das erste Metallgeld der Antike wurde etwa 2000 v. Chr. im Mittelmeerraum verwendet. Es handelte sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze. Dass sich das Metallgeld in der Folgezeit sehr schnell verbreitete, dürfte vor allem darin begründet sein, dass die Tauschgeschäfte, die bis dahin getätigt wurden, nur sehr ungenau waren und vor allem zur Täuschung geradezu einluden. Münzen hingegen erleichterten den Handel wesentlich. Sie hatten den Vorteil, immer gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleiches Aussehen zu besitzen und statt gewogen abgezählt werden zu können.
Die ersten Münzen wurden von den Lydern im Westen der heutigen Türkei zwischen 650 und ca. 620 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben und unter König Alyattes II. aus Elektron geschlagen. Dabei handelte es sich um klumpenförmige, natürliche Elektron-Nuggets, welche das königliche Siegel trugen. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 620 v. Chr. auf. Danach folgten Münzen in Gold in verschiedenen Größen und Werten, um die Bezahlung von Söldnern zu vereinfachen. Dazu wurde Goldstaub von bestimmter Menge zu Münzen verschmolzen und mit einem Prägebild des Königs versehen. Der letzte Lyderkönig Krösus gelangte so in den Ruf, unermesslich reich zu sein. Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der Insel Aigina geprägt. Sie trugen das Bild einer Löwen- bzw. Stierprotome (Kleinasien); auf den Münzen der griechischen Insel Aegina wurde eine Seeschildkröte abgebildet. Kurz darauf prägten auch Athen und Korinth Münzen.
Lange blieben die Münzen aus Aigina („Schildkröten“ genannt) sowie die aus Korinth („Fohlen“) und Athen („Eulen“) die beherrschenden Zahlungsmittel des frühen Griechenland. Auch in vielen griechischen Kolonien wurden Münzen geprägt. Syrakus auf Sizilien verfügte über die ausgeprägteste Münzkultur außerhalb des eigentlichen Griechenlands. Bis in etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch. Allerdings gab es kein einheitliches griechisches Münzsystem, sondern mehrere Regionen, in denen jeweils eine Münzfamilie dominierte. Langsam baute aber der 17 Gramm schwere attische Tetradrachmon mit seinen Unterteilungen (Stater, Drachmon, Diobolos, Trihemiobolos,Obolos Hemiobolos, Tetartemorion) und größeren Einheiten zu zehn oder zwölf Drachmen eine dominierende Stellung auf. Bis 400 v. Chr. nahm auch die handwerkliche Reife der Darstellungen auf den Münzen zu, wenn auch Götterbilder und geheiligte Tiere weiter die bestimmenden Motive blieben. Die noch primitiven Prägemethoden mit Hammerschlägen auf einem Amboss führten dazu, dass viele Münzen dieser Zeit nur unvollständig geprägt sind und gesprungene Ränder aufweisen. Die Darstellung von Herrschern auf Münzen setzte sich im griechischen Raum und in den Diadochenreichen erst nach Alexander dem Großen durch.
Silber blieb der bestimmende Rohstoff, bis die kleineren Silbermünzen durch Bronzemünzen ersetzt wurden. Hierbei handelt es sich um die ersten Scheidemünzen. Unter römischer Herrschaft wurde den griechischen Städten nur noch die Prägung von Münzen aus Kupfer oder Bronze erlaubt. Stadtansichten, mythologische Motive oder Darstellungen von Künstlern und Gelehrten waren die Regel. Silberprägungen wurden durch die römische Besatzungsmacht in Umlauf gesetzt.

Römische Münzen

Römische Prägungen aus Republik, Kaiserzeit und Provinzen

Gemäß Pomponius, einem Konsulenten, der während des zweiten Jahrhunderts v. Chr. lebte, wurden die ersten Münzmeister im Jahr 289 v. Chr. eingestellt. Sie signierten die Münzen mit „III. VIR. AAAFF“, was die Abkürzung für „tres viri aere argento auro flando feriundo“ ist und so viel bedeutet wie „Die drei (Münzmeister) sind verantwortlich für das Einschmelzen und Schlagen von Bronze, Silber und Gold.“ Laut Suda befand sich die Münzstätte Roms im Tempel der Iuno Moneta auf dem Kapitol. Zu dieser Zeit waren die Römer vertraut mit dem Prägen von Münzen, da bereits die griechischen Kolonien Metapont, Crotone und Sybaris in Italien seit etwa 500 v. Chr. Münzen prägten, Neapel seit etwa 450 v. Chr. Rom hatte im 4. Jahrhundert v. Chr. bereits einen großen Teil Mittelitaliens erobert. In den Münzstätten wurden große Mengen an Bronzemünzen geprägt, aber verhältnismäßig wenige Silbermünzen.
Ein System für Bronzemünzen wurde eingeführt, das heute unter dem Namen Aes grave bekannt ist. Sie waren aufgrund ihrer Größenunterschiede und dadurch, dass die Münzen seltener geprägt als gegossen wurden, eindeutig römisch, da sie sich von anderen Münzen, die im Mittelmeerraum zu dieser Zeit geschlagen wurden, durch ihren groben, teilweise sogar barbarischen Stil unterschieden. Zu Anfang der römischen Münzprägung waren die Aes grave nicht signiert, erst um das Jahr 210 v. Chr. traten erste Kürzel der Münzmeister auf den Nominalen auf. Als Motiv tragen alle frühen römischen Münzen auf der Rückseite einen Schiffsrumpf (Prora), was an die Eroberung der Flotte von Antium erinnern sollte, und auf der Vorderseite verschiedene Götterbilder. 281 v. Chr. begann Rom einen Krieg gegen Tarent; die Tarentiner nahmen die Unterstützung von Pyrrhus in Anspruch. In diesem Zusammenhang ließ Rom die erste Silbermünze prägen, die dem Wert einer römischen Didrachme entsprach. Während der nächsten Jahre wurden weitere Silbermünzen herausgegeben. Nicht nur die Motive auf den Münzen waren aus der griechischen Münzprägung entnommen, sondern auch die Nominale. Die ersten Silbermünzen hießen Drachme oder Didrachme. Die erste römische Silbermünze, von der angenommen wird, dass sie in Rom geprägt wurde, wurde um 269 v. Chr. geschlagen. Man datiert diese Münze auf dieses Jahr, da die Embleme auf der Prägung denen der Konsuln dieses Jahres entsprechen: Quintus Ogulnius Gallus und sein Bruder Cnaeus Ogulnius Pictor. Der Denar, der über vier Jahrhunderte lang die Leitwährung des Römischen Reiches werden würde, wurde im Jahr 211 v. Chr. eingeführt. Dieses Nominal wurde zu Anfang in großen Mengen ausgeprägt; das dafür benötigte Silber stammte aus der Plünderung von Syrakus im Jahr 210 v. Chr. Zudem wurden noch zwei weitere Münznominale eingeführt: der Quinarius nummus, der der Hälfte eines Denars entsprach und mit der Wertzahl V gekennzeichnet war, und der Sesterz, der einem Viertel-Denar entsprach und durch das Wertzeichen IIS gekennzeichnet wurde. Die Gestaltung der Denare ist vielfältig, da die einzelnen Münzmeister die Münzen frei gestalten konnten. Meist finden sich auf diesem „Familienmünzen“ Motive aus der Mythologie und der römischen Geschichte sowie Vorfahren der Münzmeister. Julius Caesar war der erste Lebende, der auf einer römischen Münze abgebildet wurde, allerdings erst Anfang Februar in seinem Todesjahr 44 v. Chr., als der Senat ihm ein entsprechendes Recht verlieh. Caesar ließ in der kurzen Zeit bis zu seiner Ermordung eine große Menge „seiner“ Münzen prägen. In der Folgezeit häuften sich die Abbildungen lebender römischer Politiker, erstmals fanden sich auch deren Gattinen auf Münzen wieder, die Konsularmünzen (auch Familienmünzen) genannt werden. Die ersten römischen Goldmünzen wurden um 216 v. Chr. geprägt. Die Nominale dieser Münzen lauteten Stater und Halbstater und beide wurden in Rom geprägt.
Während der nächsten 40 Jahre verlor der Denar immer mehr an Gewicht. Der Grund dafür ist unklar und hing zu Beginn wohl mit dem Zweiten Punischen Krieg zusammen. Infolge dieses Krieges war der römische Staat bei seinen Bürgern auf etwa eine Million Denare verschuldet. Diese wurden 25 Jahre lang nicht gänzlich zurückgezahlt, bis sie unter Cn Manlius Vulso durch die Beute des Friedens von Apameia im Jahre 188 v. Chr. bezahlt wurden. Auf ein römisches Pfund kamen ursprünglich 72 Denare; in jener Zeit veränderte sich der Wert auf 84 Denare. Während der folgenden Jahrzehnte blieb das Gewicht des Denars relativ stabil. Der Silbergehalt des Denars während der Zeit der römischen Republik betrug über 90 %, gewöhnlicherweise sogar 95 %, davon ausgenommen die späteren Prägung von Marcus Antonius, besonders die massiven „legionären“ Prägungen in den Jahren 32/31 v. Chr. kurz vor der Schlacht von Actium. Gerüchten zufolge wurde das dafür benötigte Silber von Cleopatra zur Verfügung gestellt. Es galt also: 1 Aureus = 25 Denar = 100 Sesterze = 200 Dupondien = 400 Asse = 800 Semis = 1600 Quadranten
Bis ins 3. Jahrhundert gab es in erheblichem Umfang auch noch lokale Münzprägungen, die aber nie Gold und nur selten Silber verwendeten, und Ägypten behielt lange ebenfalls ein eigenes Währungssystem (außer für Gold). Das Schema der Reichswährung hatte rund zwei Jahrhunderte lang Bestand und diente als Grundlage für sämtliche weitere Münzreformen, die mit der bereits um 220 einsetzenden und seit etwa 270 galoppierenden Inflation nötig wurden. Unter Caracalla wurde eine besonders große Silbermünze eingeführt, der Antoninian.
Unter Decius kam kurzzeitig auch eine große Bronzemünze in Umlauf. Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends; die erste Münzverschlechterung führte Nero durch, und ab den Severern beschleunigte sich der Prozess. Beispielsweise enthielten die Silbermünzen in der Mitte des 3. Jahrhunderts teilweise nur noch ein Zwanzigstel Silber. Angeblich nach einem blutig niedergeschlagenen Aufstand der Münzer unternahm Kaiser Aurelian mit seinem führenden Finanzpolitiker Gaius Valarius Sabinus um 270 einen ersten Reformversuch, der aber scheiterte und von manchen Forschern sogar für den Anlass der verstärkten Inflation der Folgezeit gehalten wird. Dann begannen unter Diokletian verstärkte Bemühungen um eine Münzreform. So wurden wieder reine Silberdenare und eine neue Bronzemünze mit Silberanteil, der Follis, geprägt. Konstantin der Große führte am Anfang des 4. Jahrhunderts eine Reihe neuer Münzen ein: eine große Goldmünze (Solidus), eine kleine Silbermünze (Siliqua) und eine Kupfermünze (Centenionalis). Vor allem der Solidus erwies sich als erfolgreich; die Münze blieb jahrhundertelang im Wesentlichen stabil und bildete in der Spätantike die Basis des römischen Währungssystems.
 

Mittelalter Münzen

Münzen des Mittelalters – Altdeutsche Münzen bis zur Reichsgründung

Von der Spätantike bis hin zum Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. Die wenigen Münzen waren meist Kopien der römischen Vorbilder. Münzordnungen der verschiedenen Herrscher legten meist nur fest, wie schwer die einzelnen Münzen sein sollten, an der Gestaltung änderten sie nichts. Im fränkischen Reich und seinen Nachfolgereichen (Frankreich, Ostfrankenreich) war der Denar oder Pfennig die nahezu ausschließlich geprägte Münze. Allerdings weitete sich das ursprünglich königliche Münzrecht im Heiligen Römischen Reich zunehmend auf weitere weltliche und geistliche Herrscher aus, was eine Vielzahl an unterschiedlichen Versionen des Pfennigs (Regionaler Pfennig seit dem 12. Jahrhundert) und eine allgemeine Verringerung des Silbergehalts der Münzen zur Folge hatte. Im 10. und 11. Jahrhundert begann auch in Osteuropa eine eigenständige Münztradition.
Von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert waren fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands) Brakteaten die vorherrschende Münzsorte. Diese dünnen, einseitig geprägten silbernen Pfennigmünzen setzten gewissermaßen den Prozess des Gewichtsverlustes der alten Pfennige fort. Mit der geringen Dicke der Münzen vergrößerte sich aber der Durchmesser, was vorübergehend Gelegenheit für eine etwas kunstvollere Gestaltung der Münzbilder bot. Zwar blieben Herrscherbilder dominierend, aber zunehmend tauchten auch andere Motive auf. Für die Thüringer Landgrafen ist der Reiterbrakteat der Münzstätten Eisenach und Gotha von etwa 1150 bis 1247, geprägt unter den Ludowingern und ab 1247 bis etwa 1290 unter den Wettinern nach der Vereinigung von Meißen und Thüringen, die typische Pfennigmünze. Im Spätmittelalter verfiel dann aber auch die Gestaltung der Brakteaten zusehends. In einigen Schweizer Kantonen wurden noch bis ins 18. Jahrhundert brakteatenartige Rappen, Haller und Angster hergestellt. Brakteaten wurden von Zeit zu Zeit „verrufen“, d. h. für ungültig erklärt und von ihren Besitzern zurückgefordert, um sie gegen eine geringere Menge neue Münzen umzutauschen. Der Abschlag konnte bis zu 25 % betragen. Dies war eine damals übliche Form der Steuererhebung. Da solche Münzverrufungen immer rascher aufeinander folgten, entstand Unmut und der Ruf nach einem dauernhaften Geld, einem sogenannten „ewigen Pfennig“. Dies führte zur Aufgabe der Brakteaten. Goldmünzen wurden im Früh- und Hochmittelalter nur selten geschlagen. Zu den prachtvollsten zählen die Augustalen Friedrichs II. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkte Goldprägungen ein. Diese Entwicklung ging von den italienischen Handelsstädten aus, allen voran Florenz mit den Florenen und Venedig mit den erstmals 1284 geprägten Dukaten (auch Zechinen genannt). Durch den wirtschaftlichen Einfluss der Städte verbreiteten die Münzen sich schnell und viele Herrscher nahmen sie als Vorbild für eigene Prägungen.
In Frankreich und England waren Goldmünzen weiter verbreitet und die einzelnen Stücke deutlich größer als im Reich. Als weitere Entwicklung des 13. Jahrhunderts kam in Deutschland der Groschen als größere Silbermünze auf. Die Münzbilder des Groschens zeigten erstmals verstärkt auch Fürsten des jeweiligen Territoriums. Insgesamt nahm die Kunstfertigkeit der Prägungen wieder zu. Stilelemente der Gotik zeigten sich auf den Münzen. Im deutschen Münzrecht war das Jahr 1356 ein entscheidendes Datum, als der Kaiser mit einer „Goldenen Bulle“ das Münzrecht der Kurfürsten ausdrücklich anerkannte. Zuvor war bereits der reichsfreien Stadt Lübeck 1340 erstmals das Prägen von Goldgulden zugestanden worden. Von diesem Zeitpunkt bis 1871 war die Münzgeschichte in Deutschland von großer Vielfalt geprägt, da viele Staaten ihr eigenes Geld ausgaben.
Das Wissen um die Bedeutung der Münzen ist bei archäologischen Untersuchungen von großem Nutzen, da durch die Münzen ausgegrabene Schichten relativ genau datiert werden können. Hier einige Bezeichnungen, die im Mittelalter vorkommen: Heller: Bis zur Einführung der Mark war der Heller die kleinste Münze. Der Heller wurde um 1200 in Schwäbisch Hall geprägt, wovon sich auch sein Name ableitet. Pfennig bzw. Denar Kreuzer: Der Kreuzer hatte seinen Namen vom Doppelkreuz auf der Vorderseite. Er wurde bei der Währungsumstellung 1873 abgeschafft. Schilling bzw. Groschen – Batzen – Pfund (Namensherkunft von Gewichtseinheit, siehe Karlspfund) oder auch: (Florentiner) Gulden (Name vom Material Taler, Schreibweise bis 1901 auch Thaler, war eine bedeutende europäische Großsilbermünze, die ihren Ursprung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation hatte.
Er wurde erstmals – allerdings noch unter anderem Namen – 1486 in Hall in Tirol geprägt und breitete sich nach anfänglicher Ablehnung als Zahlungsmittel durch den Handel ab 1500 allmählich in ganz Europa und schließlich über weite Teile des Globus aus. In Deutschland blieb er bis zur Ablösung durch die Mark im Jahr 1871 in verschiedenen Münzfüßen die wichtigste Münze. In anderen Ländern ebenfalls: Dukaten (Name von lat. dux, ducis, der Fürst) Louis d’or (Frankreich, Name nach König Ludwig; aus Gold) Wertangaben lassen sich endgültig keine geben, da bei der Prägung der Münzen der Edelmetallgehalt stark schwankte, das heißt in der Praxis im Laufe der Zeit abnahm. Die Inhaber des örtlichen Münzrechts schmolzen insbesondere fremde hochwertige Münzen ein, um daraus eigene Münzen mit verringertem Feingehalt zu prägen. Den Unterschied zwischen dem bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Silber- oder Goldgehalt zum neuen niedrigeren Wert konnte der Münzrechtsinhaber als Gewinn einstreichen. Auch die Kaufkraft der Münzen schwankte erheblich unter dem Eindruck von wirtschaftlichen Erfolgs- und Krisenzeiten, Kriegen und Seuchen.

Moderne Münzen

Münzen aus Europa und aller Welt bis zur Moderne

Münzen sind vom Staat genehmigte Zahlungsmittel. Moderne Münzen tragen üblicherweise drei Aufschriften: das Land (oder die Staatengemeinschaft), den Wert (aus Nominal und Währungseinheit) und das Prägejahr. Doch es gibt auch Ausnahmen: Das Jahr fehlt bei einigen älteren, exotischen, kleinen Einheiten (zum Beispiel bei allen Cash-Münzen aus Travancore, geprägt bis 1949).
Die Schweizer Rappen (Untereinheit des Schweizer Franken) tragen nur das Nominal, ohne Angabe der Währungseinheit. Noch drastischer ist es bei den britischen Crowns der Prägejahre 1965–1971. Diese tragen weder ein Nominal noch die Angabe der Währungseinheit. In allen britischen Münzen mit Elizabeth II. ist das Land nicht, bei ihren Amtsvorgänger(inne)n nur als Teil des Titels des Monarchen angegeben. Die ersten Münzen in Deutschland nach 1945 hatten die Aufschrift „Bank deutscher Länder“. Auch bei Euromünzen gibt es in der Regel keine Landesangabe, sondern nur ein Erkennungszeichen für das Land auf der Rückseite der Münze. Die Vorderseite (das Avers) der Münze ist in der Regel dort, wo der Kopf des Herrschers oder das Wappen der Republik zu sehen ist. Die Rückseite (der Revers) ist hingegen meistens auf der Seite mit der Wertangabe. Dazwischen befindet sich der Münzrand, der geriffelt oder beschriftet sein kann und gewöhnlich ein wenig über die Münzfläche übersteht („Randstab“). Die Umschrift einer Münze wird in der Numismatik als Legende bezeichnet.
Die Münzmeisterzeichen auf den Münzen erscheinen ab dem späten Mittelalter. Sie wurden größtenteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch das Münzzeichen in Form eines Buchstabens zur Bezeichnung der Münzstätte ersetzt. Mitunter befindet sich auf Münzen zusätzlich noch die Signatur des Münzgraveurs oder nur die Künstlersignatur. Das Münzmeisterzeichen darf demzufolge nicht mit der Münzsignatur verwechselt werden.

Deutsche Münzen

Münzen der deutschen Lande (Kaiserreich, Weimar, III. Reich und BRD)

Nach dem Sieg über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) und der Gründung des Deutschen Reichs am 18. Januar 1871 beschloss der Reichstag bereits am 4. Dezember 1871 das erste Reichsmünzgesetz, das statt der Silberwährung in Talern oder Gulden (fast alle deutschen Staaten, mit Ausnahme Bremens, hatten zuvor eine Silberwährung) die Goldwährung einführte und diese „Mark“ nannte. Regelungen in Bezug auf die Kleinmünzen enthielt das erste Reichsmünzgesetz nur dahingehend, dass in § 2 die Mark in 100 Pfennige unterteilt wurde. Weitere Gestaltungsvorschriften für die Pfennige enthielt dieses Gesetz noch nicht. Eine Sonderregelung galt für Bayern, nach der dort der Pfennig im Bedürfnissfall auch in halbe Pfennige, den Heller, unterteilt werden konnte. Von dieser Regelung hat Bayern aber nie Gebrauch gemacht. Erst das zweite Reichsmünzgesetz vom 9. Juli 1873 enthielt präzisere Vorschriften, nicht nur für die Goldmünzen, sondern auch für die Silbermünzen und die Kleinmünzen. Zwischen den beiden Reichsmünzgesetzen ließen die beiden Mecklenburg als einzige deutsche Staaten 1872 Kleinmünzen (1, 2 und 5 Pfennigmünzen) prägen, die in der Umschrift ihrer Wertseiten ihr Verhältnis zur Mark nannten (z.B. ZWANZIG EINE MARK für das 5 Pfennigstück). Mit dem Inkrafttreten des zweiten Reichsmünzgesetz 1873 wurden nun alle Münzen reichseinheitlich gestaltet. Die Mecklenburger Pfennigprägungen von 1872 entsprachen diesem Gesetz nicht mehr und wurden 1878 außer Kurs gesetzt. Schon 1871 wurden die ersten 20 Markmünzen für Preußen geprägt. Parallel ließen einige Länder noch Kleinmünzen nach ihren bisherigen Währungen bis 1873 prägen (zum Beispiel Württemberg die 1 Kreuzermünze). Ab 1873 wurden nur noch Münzen nach der neuen Markwährung geprägt. Die Reichsmünzgesetzgebung von 1871 und 1873 gehört zu den frühesten Vereinheitlichungsmaßnahmen im neu gegründeten Deutschen Reich. Eine andere Bezeichnung für diese Währung ist Goldmark; Mark war aber die offizielle Bezeichnung. Man findet sie auch auf Münzen und Banknoten dieser Zeit. Das System in Deutschland war für die Kleinmünzen unter den Kursmünzen (also für 1, 2, 5, 10, 20, 25 und 50 Pfennig sowie 1/2 und 1 Mark) einheitlich. Sie zeigten auf einer Seite das Nominal (Nennwert) und auf der anderen Seite den Reichsadler. Bei den großen Nominalen (2, 3, 5, 10 und 20 Mark) funktionierte das System so wie das des Euros:
Einheitliche Vorderseite (Reichsadler + Nominal) und landestypische Rückseite. Bis 1918 hatten alle Teilstaaten Deutschlands das Münzrecht. Für den Umlauf prägten folgende Staaten: Preußen (Münzzeichen A, B und C), Bayern (D), Sachsen (E), Württemberg (F), Baden (G), Hessen-Darmstadt (H) und Hamburg (J). Kleinere Staaten gaben nur Gedenkmünzen zu besonderen Anlässen heraus (z. B. Geburtstag oder Regierungsjubiläum des Herrschers). Als die Goldreserven 1924 wieder reichten, um damit eine Währung im internationalen Zahlungsverkehr zu decken, wurde die Übergangslösung „Rentenmark“ durch die Reichsmark ergänzt. Sie sollte eigentlich die Rentenmark ablösen, was aber praktisch nicht geschah. Die ersten Reichsmarkbanknoten und Reichspfennigmünzen wurden ab 30. August 1924 offiziell ausgegeben. Das Kursverhältnis betrug 1:1 zur umlaufenden Rentenmark.
Die frühen Rentenmarkbanknoten von 1923 wurden zwar eingezogen, spätere Rentenmarkbanknoten kleiner Wertstufen und die Rentenpfennigmünzen blieben jedoch parallel zur Reichsmark bis 1948 gültig. Die Reichsmark war bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 recht stabil. Während der Nazi-Zeit wurde aber viel ungedecktes Geld ausgegeben, um die Kosten für die Aufrüstung und später den Krieg sowie andere Nazi-Projekte zu finanzieren. Siehe auch Mefo-Wechsel. Damit kam es letztendlich zur Inflation, die die Bürger jedoch aufgrund der staatlichen Preis- und Lohnregulierung anfänglich noch nicht zu spüren bekamen. Es kam zu einer sog. „rückgestauten Inflation“, die nach dem verlorenen Weltkrieg massiv ausbrach. Die Reichsmark war aber bereits 1943 auf dem internationalen Devisenmarkt wertlos geworden, da sie auch nicht mehr konvertierbar war. Sie wurde – zusammen mit den kleinen Rentenmarkbanknoten – in den Westzonen und den drei Westsektoren Berlins ab dem 20. Juni 1948 durch die Deutsche Mark ersetzt (DM). (Als Notenbank fungierte die „Bank Deutscher Länder“, das Vorgängerinstitut der späteren „Deutschen Bundesbank“.) Es galten für unterschiedliche Geldbeträge gestaffelte Umtauschverhältnisse zur DM. Jeder Bürger durfte bis 1000 RM im Kurs 10:1 umtauschen. Am 23. Juni 1948 gab es auch in der Ostzone eine Währungsreform. Tauschverhältnis war hier ebenfalls 10:1. Die Westzonen führten am 20. Juni 1948 eine Währungsreform durch. Die Reichsmark wurde im Verhältnis 10:1 von der Deutschen Mark abgelöst.
Sie war, anders als heute oft glauben gemacht wird, nicht immer stabil und hat bis zu ihrem Ende etwa drei Viertel ihrer Kaufkraft verloren. Vor allem in den 1970er Jahren erreichten die Inflationsraten ein bedenkliches Niveau, ebenso in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Bis zu Beginn der 70er-Jahre war die Deutsche Mark indirekt über die Kopplung (Bretton-Woods-System) an den US-Dollar Gold gedeckt. 1975 verschwanden dann die „Silberadler“ (5-Mark-Stück) als Umlaufmünze aus den Portemonnaies, da der Silberpreis stark gestiegen war. Sie wurden fortan – mit Ausnahme von Gedenkprägungen zu nominal 10 DM – in Nickel geprägt. 1975 endete somit in Westdeutschland die Phase des Umlauf-Silbergeldes. Goldmünzen gab es in Deutschland schon seit 1918 nicht mehr. Am 23. Juni 1948 wurde in der Sowjetischen Besatzungszone eine Währungsreform durchgeführt. Dabei wurde die Reichsmark im Verhältnis 10:1 durch die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank abgelöst. Am 13. Oktober 1957 erfolgte in der DDR ein zweiter Geldschnitt, um den Bargeldüberhang zu reduzieren. Nur 300 DM (DDR) durften getauscht werden, der Rest konnte bei der Deutschen Notenbank gutgeschrieben werden. 267,5 Millionen DM wurden dadurch dem Geldumlauf entzogen.

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