Gold als Schutz gegen Notenbank-Manipulation

Von: SW/UF/PA

Vier Prozent plus an einem Tag: Gold-Nachfrage massiv gestiegen!

In sozialen Netzwerken wie Facebook war gestern immer wieder eine besondere Kursgrafik zu sehen: Eine Linie, die sich lange Zeit waagerecht nach rechts bewegt und dann plötzlich steil nach unten fällt. Und was in der Netzgemeinde für Häme und Spott sorgt, ist eine absolute Sensation: Die Schweizerische Nationalbank hat gestern völlig überraschend den Mindestkurs des Franken in Euro gekippt. Seit 2011 hatte die SNB den Kurs auf 1,20 Franken pro Euro festgesetzt und bis ins Jahr 2015 hinein verteidigt. Doch damit ist seit gestern Schluss.

Die Auswirkungen können wohl ohne Übertreibung als fiskalpolitisches Erdbeben bezeichnet werden: Der Euro-Kurs brach gegenüber dem Franken ein und rutschte sogar unter die Parität. Am Ende des Tages stand ein Verlust von etwa 15 Prozent. Deutsche müssen also künftig in der Schweiz deutlich tiefer als ohnehin schon in die Tasche greifen. Viele Häuslebauer, die ihren Hauskredit in Schweizer Franken abgeschlossen haben, müssen nun draufzahlen. Aus deutscher Sicht ist die Abwertung des Euro gegenüber dem Franken also kein Grund zur Freude. Ganz anders sah es bei Gold aus: Der Goldpreis legte allein am gestrigen Tag um satte vier Prozent zu, seit Jahresanfang hat Gold etwa 8 Prozent hinzugewonnen - also in nur zwei Wochen.

Das gelbe Metall ist bislang unangefochtener Investment-Gewinner des Jahres 2015. Und die Analysten sind voll des Lobes: Der jüngste Ausbruch habe ein klares Kaufsignal hervorgerufen, heißt es übereinstimmend in den Marktberichten vom gestrigen Tage. Kurse um 1.100 Euro pro Feinunze sind also in greifbare Nähe gerückt. Nach dem bullischen Ausbruch über den Kreuzwiderstand bei 1.214 US-Dollar setzt nun Potenzial bis in den Bereich zwischen 1.310 und 1.345 US-Dollar frei.

Während sich Goldbesitzer in Europa die Finger reiben dürfen, sieht es in der Schweiz ganz anders aus: Der Goldpreis in Franken brach direkt nach Bekanntwerden der Nachricht um satte 30 Prozent ein, am Ende des Tages stand ein Verlust von etwa 10 Prozent. Anleger in Europa haben also offenbar massiv den „sicheren Hafen“ Gold angesteuert. Denn die Entscheidung der SNB war von keinem Marktbeobachter erwartet worden. Der Schutzschirm für die Schweizer Exportindustrie ist nun augenblicklich dahin, nachdem die SNB ihre Devisenreserven massiv aufgebläht hat. Und die Glaubwürdigkeit der Aussagen von Nationalbanken ist massiv erschüttert, immerhin hatte die Nationalbank bis zuletzt bekräftigt, den Euro-Franken-Kurs zu stützen.

„Mit der Entscheidung der SNB, den Wechselkurs nicht weiter an den Euro zu koppeln, fällt ein wichtiger Gläubiger unserer Gemeinschaftswährung auf dem globalen Finanzmarkt weg“, so Uwe Fraust, Leiter des Anlagenhandels von Emporium Hamburg. Die relative Kaufkraft gegenüber anderen Währungen nimmt entsprechend ab.

Der Kursrutsch des Euro gegenüber dem Schweizer Franken macht eindrucksvoll deutlich, wie stark die Notenbanken die Finanzmärkte manipulieren und welche Folgen es haben kann, wenn sie ihre Aktivitäten einstellen - oder im Falle der EZB ausbauen, denn bereits in der nächsten Woche steht die nächste Intervention einer Notenbank an. Dann könnten Staatsanleihekäufe in Europa beschlossen werden – wenngleich diese nicht demokratisch legitimiert sind - und den Euro endgültig in Richtung der Parität zum Dollar schicken. Während die Europäische Zentralbank bereits am 22. Januar über breit angelegte Staatsanleihekäufe entscheiden könnte, dürfte die US-Notenbank Fed im Laufe des ersten Quartals 2015 die erste Zinserhöhung vornehmen. Die Geldpolitik beider Notenbanken driftet also immer weiter auseinander. Und davon profitiert auch Gold in Euro.

Trotz der beispiellosen Wertzuwächse beim Gold ist das edle Metall noch lange nicht teuer - im Gegenteil: wenn die EZB tatsächlich Staatsanleihen kauft, ist ein neuer Goldrausch in Deutschland sehr wahrscheinlich. Dies erkennen auch immer mehr Banken – die Prognosen für das Gold-Jahr 2015 wurden inzwischen deutlich nach oben korrigiert.

Wer jedwede willkürliche Währungsvermehrung umgehen möchte, sollte seine Ersparnisse in Edelmetalle investieren!